movement explorations 

through the lens of the axis syllabus freed my body. Feminism freed  my mind.  and yoga empowerd the relation of my body and mind.

Körperimage im Yoga

August 6, 2015

 

In diesem Blogeintrag werde ich mich mit den in den Medien repräsentierten Körpernormen beschäftigen.

Sobald bei einer Suchmaschine im Internet der Begriff "Yoga" eingetragen wird, kommen die Bilder, die alle mehr oder weniger ein sehr homogenes Bild vermitteln: weiße, schlanke Frauen oder weiße muskulöse Männer absolvieren akrobatisch anmutende Übungen. Über dieses sehr einheitliche Bild, welches Menschen ausschließt, die nicht diesem Körpernormativ entsprechen, wurde in der letzter Zeit des öfteren berichtet:

 

http://www.decolonizingyoga.com/yoga-not-just-for-young-skinny-white-girls/

 

http://www.curvyyoga.com/curvy-voices-has-arrived/

 

Aber in der deutschsprachigen Yoga-community, zumindest soweit ich es beurteilen kann, habe ich noch nichts zu dieser Auseinandersetzung gelesen. 

Sind alle yogapraktizierenden Menschen im deutschsprachigen Raum unpolitisch oder unreflektiert, dass sie diese und weitere Ausschlussmechanismen die damit einher gehen ignorieren können?

 

Ich versuche später auf den Diskriminierungbegriff* einzugehen, wobei ich mich in diesem Artikel bewusst mit Körperidealen beschäftigen und darauf fokussieren werde. Doch um ein ehrliches Bild zu vermitteln, sollte ich vielleicht zuerst einmal von mir selbst ausgehen. Erzählen wie meine Reise zum Yoga aussah. Und vor allem: Wie Körperideale mich mein ganzes (professionelles) Leben begleitet haben.

 

Mit 12 Jahren habe ich mit dem Tanzen begonnen. "Flashdance" und vor allem Jennifer Beals hatten es mir total angetan. Die Körperoptimierung war seitdem immer Bestand meines Trainings. Während meiner Tanzausbildung und während all der Yogafortbildungen die ich seitdem besucht habe: Das Bild des bewegten, vermeintlich gesunden, durchtrainierten, schlanken Körper hat mich begleitet. Und ob es mein Training war oder mein persönliches Umfeld; oder ob sich diese beiden gegenseitig bedingt haben ist in diesem Blogeintrag nicht relevant. Jedoch, dass Magersucht, Bulimie und damit verbundene Depressionen Teil meines Lebens als junge Erwachsene waren. 

 

In den vergangenen Jahren war ich oft so frustriert von der Vermarktung und oberflächlichen Betrachtungsweise von Yoga, dass ich mich gefragt habe, ob ich nicht aufhören sollte zu unterrichten.

 

Genau in diesen Momenten, indenen ich auch meine eigene priviligierte Position als weiße, "abeled" Person immer wieder vor den eigenen Augen vorführen muss,  habe ich mich jedoch daran erinnert, wie Yoga mir bei der Alltagsbewältigung geholfen hat:

 

  • Auf der Yogamatte habe ich mich sicher gefühlt.

  • Mir hat es total gut getan meine Atmung und die Bewegungen in einen Einklang zu bringen.

  • Es hat sich heilend angefühlt den eigenen Körper zu spüren! Diesen mit all den sogenannten Grenzen anzuerkennen und sich zu erlauben, dass der Körper und der in ihm wohnende Mensch ok so ist wie er_sie ist!

 

Das einseitige Bild des übenden, weißen, CIS-genderd Menschen, der_die die abgefahrensten Übungen macht, grenzt Menschen mit unterschiedlichem Geschlecht/Gender, "Race", Alter, kultureller Herkunft, "Behinderung", sexuelle Orientierung und Klasse aus. Im Rahmen eines Uni-Seminars diskutieren und erforschen wir das Praxisfeld von rassismusfreier und diversitygerechter Didaktik. Diversity meint die Vielfalt, Heterogenität, Unterschiedlichkeit und bezieht sich auf die Diversitäten von Menschen.

( Czollek, Leak Carola; Perko, Gudrun und Weinbach, Heike; Lehrbuch Gender und Queer, Grundlagen, Methoden und Praxisfelder, S. 61)

Social Justice,  wird als Theorie, aber auch als Projekt aufgefasst. Der Begriff wird verwendet, wenn gesellschaftl. Ausgrenzung und Diskriminierung aller Art thematisiert und kritisiert wird. Zentraler Apekt ist die  Öffnung aller gesellschaftlichen Räume. 

Und ist Yogaunterricht nicht auch ein gesellschaftlicher Raum? Wie kann dieser Handlungsraum geöffnet werden? Einladen, anstatt auszuschließen? 

Wenn also die Bilder, die Yoga bewerben sollen/wollen, fast ausschliesslich weiße Menschen mit einem schlanken, abeled Körperimage darstellen, wird dieser gesellschaftliche Raum nicht geöffnet...ganz im Gegenteil: Es wird nur eine bestimmte Gruppe von Menschen angesprochen.  

 

Die Fragen dich mich also beschäftigen und nach deren Antwort ich suchen möchte, sind:

 

Wie werden Körpernormen in Bezug auf Yoga vermittelt?

Wer unterrichtet Yoga und für wen?

Wie kann ein diversitätsgerechter Ansatz verfolgt werden?

 

Ich möchte den Yogaunterricht als einen sicheren Raum begreifen. Als einen Ort, an dem sich die Personen vorallem als Menschen wahrnehmen und spüren können. Einem Ort, der im Sinne von "Empowerment" ( ermächtigend) wirkt: Mit dem Ziel die eigenen Stärken zu entdecken und ein selbstbestimmtes Leben leben zu können.

 

 

* Diskriminierung kann als offenes oder verdecktes Herabsetzen oder Ausgrenzen ausgeübt werden. Diskriminierung findet auf  gesellschaftlicher, sowie rechtliche Ebene statt und führt zu Benachteiligungen von Individuen, Minderheiten oder Randgruppen. 

Ausgangspunkt jeder Diskriminierung ist eine Bewertung von Lebewesen anhand von tatsächlichen oder zugeschriebenen gruppenspezifischen Merkmalen. 

 

 

 

 

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